südlich des Äquators steht die Welt Kopf | Mosambik 2025
Dr. Borsche und sein INTERPLAST-Team hatten Mosambik als Ziel ihres Einsatzes im November diesen Jahres ausgesucht. Die mühsame Anreise mit mehreren Umstiegen in größeren und kleineren Flughäfen dauerte drei Tage.
Nur durch das unermüdliche diplomatische Geschick unseres mosambikanischen Chirurgen Kollegen Dr. Mario Atunes konnten wir den Zoll und weitere zermürbende bürokratische Hindernisse überwinden. Kennenlernen durften wir Dr. Mario durch Dr. Christiane Meigen, Gynäkologin in Idar-Oberstein. Sie fährt seit 18 Jahren einmal pro Jahr nach Mosambik um Ultraschallkurse für die dortigen Ärzte zu geben.
Fast allen kleinen Patienten, durften wir uns bei der Erstvorstellung keinesfalls nähern, ohne dass sie in heftiges Weinen ausbrachen. Traumatisiert durch das initiale Erlebnis der Verbrennung und durch die Schrecken der vorangegangenen ärztlichen Behandlung ihrer offenen Wunden ohne Betäubung oder Schmerzmittel hatten alle zunächst große Angst. Um genau dem Abzuhelfen, hatten wir 3 Narkoseärzte und 2 Anästhesiepfleger mit in unserem Team: Dr. Gabi La Rosée und Dr. Ales Stanek als ehemalige Chefärzte mit jahrzehntelanger Berufserfahrung und Felix Tietze als junger Assistenzarzt und Feuerwehrmann, der Anästhesiepfleger Kurt Voigt, dem in fast 50jähriger Berufstätigkeit jeder Handgriff in Fleisch und Blut übergegangen ist sowie Selina Gönüleglendiren, ein junges Pflegetalent, die Herz und Verstand direkt in ihre Arbeit einfließen lässt.
Jeder Verbandswechsel fand ohne irgendeine Träne in einem kurzen Narkoserausch statt, sodass die Kinder trotz teilweise längerer Prozeduren keinerlei Schmerz spürten. Schwere Fälle bekamen anschließend einen regionalen „Nervenblock“ gesetzt, sodass sie auch mehrere Stunden nach dem Eingriff schmerzfrei blieben.