Tansania | Einsatz für mehr Lebensqualität, Dr. Anastasia Scherba
Zwei Wochen war Dr. Anastasia Scherba für einen INTERPLAST-Einsatz in Tansania und half Kindern mit schweren Verbrennungsnarben.
28 Stunden mit drei Flügen und anschließender dreistündiger Autofahrt: So lange dauerte alleine die beschwerliche Anreise zum dritten humanitären INTERPLAST-Einsatz in Ilembula, Tansania von Dr. Anastasia Scherba.
Die Assistenzärztin absolvierte den Einsatz in ihrem fünften Weiterbildungsjahr an der Kreuznacher Diakonie gemeinsam mit vier Kollegen der Sektion Sachsen. Während des zweiwöchigen Aufenthalts führte das Team 37 plastisch-chirurgische Operationen durch und schenkte damit Menschen ein Stück Lebensqualität und die Chance, ihr Leben eigenverantwortlich zu führen.
Schon die Vorbereitung verlangte viel Engagement - einige medizinische Materialien oder kleine Spielzeuge und Süßigkeiten, wurden dank Spenden aus Deutschland mitgebracht. Die Hälfte der acht Koffer kam erst mit zweitägiger Verspätung an. Das Team konnte aber dennoch planmäßig mit den Eingriffen beginnen.
Die Nachfrage nach medizinischer Hilfe war so groß, dass sich das Team bis zur Abreise täglich zwischen den Operationen weitere Fälle ansah und überlegte, wie und wann man helfen könne. Einige Patienten konnten noch in den OP-Plan aufgenommen werden, viele mussten auf den Einsatz im nächsten Jahr verwiesen werden.
Die Ärzte wurden bei ihrer Arbeit mit vielen Schicksalsschlägen konfrontiert. Besonders betroffen machte der Eineinhalbjährige Joshua. Als Folge einer Infektion war es zu einer ausgeprägten Durchblutungsstörung mit einer schweren Nekrose gekommen, sodass die Ärzte gezwungen waren, den gesamten Vorfuß zu amputieren. Weil die Entzündung dennoch weiter fortschritt, musste der Unterschenkel amputiert werden. Diese Notwendigkeit war für die Mutter ein Schock und für das Team eine sehr schwere Entscheidung, da der Junge erst einmal nicht mehr laufen kann. Nach der gut verlaufenen Operation nahmen die Ärzte Kontakt zu einem Prothesenbauer auf und sicherten die Kostenübernahme für die Versorgung des kleinen Joshua mit Prothesen zu. Dafür hat Interplast jetzt eine Spendenaktion initiiert.
Ein freudiges Wiedersehen gab es mit Schwester Gertrud, die bei einem früheren Einsatz als Helferin aufgefallen war, sich aber die Ausbildung für ihren Traumberuf OP-Schwester nicht leisten konnte. Dank Interplast- Spenden steht die alleinerziehende Mutter jetzt kurz vor der Abschlussprüfung und kann somit auch ihrem Sohn eine sichere Zukunft bieten.