01.03.2022

Ukraine Soforthilfe - In traurigen Zeiten nicht aufgeben Gutes zu tun

Gestern Nacht ist Viktoria Podolyan aus Bad Kreuznach an die ukrainische Grenze aufgebrochen um ihre Freundin Julia zu treffen und sie mit Hilfsmaterialien auszustatten. Dank der Vermittlung von Sabine Herler, Ambulanzschwester der Abteilung für Plastische Chirurgie im Diakonie Krankenhaus Bad Kreuznach, konnten medizinische Materialien aus dem Lager von INTERPLAST sofort für die Ukraine zur Verfügung gestellt werden. Mit im Gepäck sind Operationsbestecke, chirurgische Nahtmaterialien, Injektionsnadeln und sterile Handschuhe sowie eine Notstromleuchte.

Julia ist Operationsschwester im Krankenhaus in Berditschew 200 km von Kiew entfernt, wo sich die Menschen auf viele Verletzte der russischen Invasion vorbereiten. Tag und Nacht heulen die Sirenen, Ärzteschaft und Pflegepersonal sind in ständiger Alarmbereitschaft.
Wir hatten in unserem Adventskalender 2021 bereits über den letztjährigen Besuch zu Viktoria Podolyan nach Berditschew berichtet, wo wir schon damals das Hospital vor Ort mit Instrumenten und dringend benötigten Geräten unterstützten konnten.

Zusammen mit dem dortigen Chirurgen Dr. Juri wurden damals zwei Kinder mit Fehlbildungen an Füssen und Händen operiert. Bei der ambulanten Vorstellung der schwer entstellten Patienten besprachen die Ärzte, wie eine weitere Behandlung aussehen könnte. Damals ahnte keiner, was für eine Tragödie sich anbahnt. Hoffnungsvoll verabredeten wir eine weitere gemeinsame Hilfsaktionen für viele bedürftige Patienten der ländlichen Region im Frühjahr 2022.
Doch jetzt kam alles anders und nun galt es schnell zu handeln und konkrete Hilfsmaßnahmen zu ergreifen. Da eine direkte Einreise in die Ukraine nicht in Frage kommt, konzentriert sich INTERPLAST auf die materielle und finanzielle Unterstützung der medizinischen Einrichtungen, die wir persönlich kennengelernt haben und denen wir unser volles Vertrauen schenken.

Mögen die wertvollen Materialien auf Umwegen ihren Zielort erreichen.
Parallel zu diesen Bemühungen praktische Solidarität zu zeigen, konnte Dr. Borsche bei einer Videokonferenz der führenden, europäischen Plastischen Chirurgen mitwirken und eine gemeinsame Hilfsstrategie konzipieren. Höhepunkt war die Zuschaltung des Plastischen Chirurgen Dr. Oleg Savenkov aus Kiew. Er berichtete, dass es im Moment noch alles sehr überschaubar sei und nur etwa 30 Verletzte in seinem Krankenhaus operativ versorgt werden mussten. Doch rechne man mit einem Patientenansturm in den kommenden Nächten. Er sei extrem dankbar für die großartige, internationale Hilfsbereitschaft und würde sich freuen, bei schwierigen Fällen, Experten in Europa per Videoschalte um Rat fragen zu dürfen. Sollte eine Überlastung der noch gut funktionierenden Krankenhäuser eintreten, werde man auch versuchen, schwer verletzte Patienten in die Nachbarländer zu verlegen.

Wer das humanitäre Engagement von INTERPLAST Sektion Bad Kreuznach für die Ukraine unterstützen mag, kann dies unter dem Stichwort „Ukraine“ auf
IBAN: DE12 5605 0180 0010 0337 77 tun.

Herzlichen Dank für ihre Unterstützung

Ihr André Borsche