August 2021

Kooperationspartner Kinder brauchen uns e.V. bangt um Hilfe für afghanische Kinder

„Ich muss wohl einen wahren Schutzengel gehabt haben“ schreibt Markus Dewender von Kinder brauchen uns e.V., der mit der vorläufig letzten Linienmaschine aus Kabul ausfliegen konnte und so noch zwölf verletzte Kinder nach Deutschland brachte. „Wie es jetzt in Afghanistan weitergeht, ist noch nicht klar. Ich gehe aber davon aus, dass wir die humanitäre Arbeit für die Kinder auch unter den neuen Machthabern fortsetzen können. Auch in den dunkelsten Jahren der Taliban-Herrschaft Ende der 90er Jahre seien solche Hilfsaktionen möglich gewesen.“

Damit dies Wirklichkeit werden kann unterstützt INTERPLAST Sektion - Bad Kreuznach die Hilfsaktion mit einer Spende von 8.000€. Dieser Betrag mag helfen die Flugkosten der letzten Rettungsaktion zu decken. Neben Mehria, Sana und Raisa verbinden uns noch viele weiter Schicksale von afghanischen Kindern, denen wir in den letzten 20 Jahren durch plastisch-rekonstruktive Operationen in Bad Kreuznach helfen konnten. Ihnen und ihren Familien möge ein normales Leben vergönnt sein.

Die aktuellen Fotos von Mehria zeugen von einer glücklichen Familie in einer heilen Welt, doch vor der Haustür sieht es ganz anders aus. Da noch weitere Operationen erforderlich sein werden, ist eine medizinische Weiterbehandlung in Bad Kreuznach notwendig. Die INTERPLAST Sektion - Bad Kreuznach hat bereits eine offizielle Einladung ausgesprochen, Familie Dhonau würde wieder für die Unterbringung sorgen und die Bürkle-Stiftung den Flug bezahlen. Neben den medizinischen Problemen kommt nun die Angst hinzu, wie die Taliban wohl mit Mädchen umgehen werden. Dem intelligenten Kind sind Schulbildung und berufliche Perspektiven wohl verwehrt und die Eltern bangen, dass man ihnen ihr Kind zur Umerziehung wegnehmen könnte. Gerne wünschen sie sich Mehria in die Obhut nach Deutschland, während sie selber aber in Afghanistan bleiben würden.

Doch im Moment sind das alles Wunschträume, denn die Evakuierung aus Kabul hat andere Menschen im Fokus, die jetzt in Lebensgefahr schweben. Markus Dewender mag aber nicht aufgeben. Ihm verdanken unzählige afghanische Kinder mit schwersten Verletzungen, dass sie in Deutschland einen Behandlungsplatz gefunden haben.