14.09.2020

Danke Dr. Borsche - für 25 Jahre wirken in Bad Kreuznach

Dr. André Borsche kam vor 25 Jahren an das kreuznacher diakonie Krankenhaus – Heute ist die „Plastische Chirurgie“ bundesweit bekannt.

Ein kleines dunkles Mädchen mit einem schrecklich entstellten Gesicht ist auf dem alten Foto zu sehen. Der eine Mensch heißt Dr. André Borsche und hat damals ganz frisch am Diakonie Krankenhaus in Bad Kreuznach angefangen. Heute ist er Chefarzt der bundesweit bekannten Abteilung für Plastische Chirurgie. Am anderen Ende des Globus lebt Ritika Sardar, eine der ersten Patientinnen, die er damals in Bad Kreuznach operierte und damit ihr Leben veränderte.

„Tierfellnävus“ heißt eine Art Muttermal. Bei der kleinen Ritika in Indien ist dieses fast schwarze Mal über das halbe Gesicht gezogen und stark behaart. Gerade mal 1 Jahr war das Mädchen alt, als sie auf Initiative von André Borsche nach Deutschland kam. Der damals 40 Jahre alte Mediziner war gerade aus Frankfurt an die Kreuznacher Diakonie gekommen. „Ich habe bei der Diakonie damals meine Heimat für mich und meine Arbeit gefunden“, erzählt der Arzt. Das ist in seiner Abteilung auch spürbar. Ärzte, Pflegekräfte und Patienten wirken bisweilen wie eine Kommune – warmherzig, fröhlich und ein bisschen exotisch.

Das liegt auch an Patienten wie damals Ritika, die in vielen Operationen ein „neues“ Gesicht bekam. Mit dem „Äußeren“ hat sich auch das „Innere“ verändert: Selbstbewusstsein, Zuversicht, Mut, Entschlossenheit werden Schicht für Schicht mit jeder Hauttransplantation aufgepflanzt.Ritika hat nun Jura studiert und lebt heute in Australien. Eine warmherzige E-Mail voller Dankbarkeit erzählt ihre Lebensgeschichte, die sich parallel zur Geschichte der Plastischen Chirurgie in Bad Kreuznach entwickelt hat.

Aus dem Startteam mit drei Ärztinnen und Ärzten sowie neun Pflegekräften, die sich um die zehn „Betten“ gekümmert haben, sind heute ein Team bestehend aus neun Ärztinnen und Ärzten und 14 Pflegekräften geworden. Dr. Borsche ist in Bad Kreuznach und Umgebung bekannt, weil er Menschen aus und in Entwicklungsländern hilft, und auch weil in seiner Abteilung vielen Menschen aus Bad Kreuznach und Umgebung und weit darüber hinaus geholfen wird. Die Rekonstruktionen insbesondere an der Haut, an Muskeln, Sehnen, Nerven und den Knochen werden hier durchgeführt, wenn nach überstandenen Unfällen oder Krebserkrankungen, die sichtbaren Spuren eines Leidensweges getilgt werden, um den Körper wiederherzustellen. Borsche hat eine Haltung, die zur Diakonie gehört: Seriöse „Schönheitschirurgie“ beginnt seiner Ansicht immer mit einer ausführlichen Beratung. „Auch, wenn die Medizin in den letzten 25 Jahren enorme Fortschritte gemacht hat, kann nicht jeder Wunsch verwirklicht werden und nicht jede Operation ist im Hinblick auf die damit verbundenen Risiken vertretbar“, so Borsche.

Ein ehrliches Gespräch zwischen dem Patienten und dem plastischen Chirurgen, in dem die Erfolgsaussichten und Risiken eines jeden Eingriffs genauestens erörtert werden, ist somit unabdingbar. Zwei Leitsätze der Stiftung kreuznacher diakonie stehen für seine Arbeit und die seines Teams: „Wir lassen uns von Menschen berühren und bewegen“ und „Wir gestalten Zukunft mit.“ Das Schicksal von Ritika Sardar ist dafür ein gutes Beispiel.

Anlässlich dem 25-jährigen Jubiläum des Wirkens von Dr. André Borsche in Bad Kreuznach, war es Zeit für ein erneutes Interview bei 17:30 SAT.1 LIVE. Als Gast im Studio hat André Borsche über seine Erlebnisse mit Menschen in der Naheregion und der ganzen Welt geschwelgt. Seine Motivation und was ihn antreibt, erzählt André Borsche im folgenden Interview auf SWR 1 Begegnungen mit Peter Annweiler.